It looks like you are using an older version of Internet Explorer which is not supported. We advise that you update your browser to the latest version of Microsoft Edge, or consider using other browsers such as Chrome, Firefox or Safari.

Adobe Stock, sebra, 281919292

Was ist Migräne ohne Aura?

Die Migräne ohne Aura ist die häufigste Form der Migräne, schätzungsweise 80 bis 85 Prozent aller Migränekranken leiden darunter.1 Früher wurde der Migränetyp auch als „einfache“ oder „gewöhnliche Migräne“ bezeichnet.2 Dabei ist sie alles andere als einfach: Nur weil bei der Migräne ohne Aura die Phase mit Sehstörungen und anderen Aura-typischen Symptomen ausbleibt, ist der Verlauf nicht weniger schlimm. Wie äußert sich eine Migräne ohne Aura? Und was können Sie tun, wenn Sie betroffen sind?

Überblick über alle Themen

Verlauf und Symptome

Unterschiede zu Migräne mit Aura

Diagnose

Ursachen und Auslöser

Behandlung

An Migräne ohne Aura leidende Frau hat eine Migräneattacke und liegt im Bett.
AdobeStock_137557034

Verlauf und Symptome der Migräne ohne Aura

Bei der Migräne ohne Aura handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die gewöhnlich in wiederkehrenden Attacken auftritt. Sie äußert sich durch starke Kopfschmerzen und kann mit begleitenden Migräne-Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Geräuschüberempfindlichkeit einhergehen.

Laut der Internationalen Kopfschmerzklassifikation (ICHD-3 beta) beträgt die Dauer der Kopfschmerzen bei Migräne ohne Aura zwischen 4 und 72 Stunden und muss mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Kopfschmerzen treten einseitig auf (Seitenwechsel während der Attacke möglich)
  • Schmerzen haben einen pulsierenden Charakter
  • mittelstarke bis starke Intensität der Beschwerden
  • Verschlimmerung bei körperlicher Betätigung (wie Treppensteigen)

Zusätzlich muss bei Migräne ohne Aura mindestens eines der folgenden Symptome vorhanden sein:3

  • Übelkeit und/oder Erbrechen
  • Licht- und Geräuschüberempfindlichkeit

Für viele Patienten ist vor allem helles Licht während einer Attacke (oder schon kurz vorher) unangenehm, weshalb sie sich in einen abgedunkelten Raum zurückziehen.4 Doch nicht nur Licht, sondern auch Geräusche (wie Musik) oder Gerüche (zum Beispiel Parfüm oder der Duft von Blumen) empfinden Betroffene häufig als sehr störend.5

Wie oft Patienten unter einer Migräne ohne Aura leiden, ist unterschiedlich: Manche erwischt es zweimal im Jahr, andere mehrmals im Monat. Tritt die Erkrankung häufiger als 15-mal im Monat auf, sprechen Ärzte von einer chronischen Migräne.

Müdigkeit
Adobe Stock, fizkes, 202810104

In manchen Fällen kündigt sich eine Migräne-Attacke schon im Vorfeld durch folgende Anzeichen an:

  • Gereiztheit
  • vermehrter Appetit auf Süßes
  • Müdigkeit
  • häufiges Gähnen
  • Unruhe; Nervosität

Diese Vorboten können schon einige Tage vor der eigentlichen Migräne ohne Aura auftreten.

Unterschiede der Migräne mit und ohne Aura

Die Migräne mit Aura weist einige Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten, zur Migräne ohne Aura auf. So erscheinen die Kopfschmerzen ebenfalls einseitig, fühlen sich pulsierend an und sind meist stark. Auch die Begleitsymptome, also Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit, kommen vor.

Dazu gibt es jedoch folgende Abweichungen:

  • Auraphase: Betroffene einer Migräne mit Aura erleben vor dem Eintritt der Schmerzen eine Auraphase. Dabei entwickeln sie Sehstörungen und nehmen etwa Blitze oder Zickzacklinien wahr. Die Sehkraft kann nachlassen, dazu können Gefühls- oder Sprachstörungen kommen.
  • Vorkommen: Die Migräne mit Aura tritt deutlich seltener auf. 15 bis 25 Prozent der Patienten leiden darunter.
  • Anzahl der Attacken: Die durchschnittliche Anzahl der Attacken ist bei der Migräne ohne Aura höher als bei Migräne mit Aura.6

Diagnose und Behandlung erfolgen bei Migräne ohne und mit Aura jedoch identisch.

Diagnose der Migräne ohne Aura

Zunächst stellt Ihnen der Fachmann Fragen in einem Arztgespräch. Darauf sollten Sie sich vorbereiten: Überlegen Sie schon vorher genau, wie sich Ihre Beschwerden äußern, wann und wie oft sie auftreten und was mögliche Auslöser sein könnten.

Tipp:

Mit einem Migräne-Tagebuch sind Sie bestens für alle Fragen gerüstet. Zudem bekommt Ihr Arzt wertvolle Einblicke in Ihren Krankheitsverlauf, was die Diagnose erleichtert. Für die folgende Behandlung ist es wichtig, eine Migräne gegenüber SpannungskopfschmerzenClusterkopfschmerzen oder anderen Erkrankungen abzugrenzen.

Anschließend führt der Mediziner körperliche Untersuchungen durch. Dabei überprüft er beispielsweise Ihre Empfindungsfähigkeit, Ihren Gleichgewichtssinn und Ihre Augen. Weiterhin ordnet er eventuell ein EEG (Elektroenzephalografie) an, bei der Ihre Hirnaktivität gemessen wird. Bildgebende Verfahren wie ein MRT (Magnetresonanztomographie) können ebenfalls nötig sein. Blutuntersuchungen unterstützen die Diagnose.

Ursachen und Auslöser der Migräne ohne Aura

Was genau sind die Ursachen der Migräne-Attacken? Diese Frage gibt Medizinern noch immer Rätsel auf, wenngleich es in den letzten Jahrzehnten zu Fortschritten in diesem Bereich kam. Fest steht: Migräne entsteht zum einem durch Veränderungen im Gehirn, zum anderen braucht es einen Auslöser (Trigger), der die Attacke einleitet.

Forscher haben verschiedene Ansätze entwickelt, um zu erklären, was im Gehirn von Menschen mit Migräne abläuft und was die Ursachen sein könnten:

  • genetische Faktoren: Es besteht vermutlich eine genetisch bedingte Veranlagung zu der Erkrankung. Leiden Personen in der nahen Verwandtschaft unter Migräne, gibt es ein 1,9-fach erhöhtes Risiko für eine Migräne ohne Aura.7
  • Botenstoff CGRP: Forscher konnten bei Patienten mit Migräne den Botenstoff Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP) in erhöhtem Maße feststellen.8 CGRP scheint an der Weiterleitung von Schmerzsignalen bei einer Migräne-Attacke beteiligt zu sein.9
  • Serotonin: Das Hormon wird zu Beginn der Migräneschmerzen vermehrt freigesetzt. Darauf könnte der Körper mit den typischen Symptomen einer Migräne reagieren.

Gereizte und überaktive Nervenzellen stehen am Anfang der Migräne-Attacke. Dafür können verschiedene Trigger verantwortlich sein. Beispiele für diese individuell sehr unterschiedlichen Auslöser sind

  • Stress,
  • helles oder flackerndes Licht sowie
  • bestimmte Gerüche.

Außerdem wurde bei Frauen ein enger Zusammenhang zwischen der Menstruation und Migräne ohne Aura beobachtet.10

Migräne ohne Aura: Was tun?

Die Migräne ohne Aura ist bisher nicht heilbar. Jedoch gibt es einige Möglichkeiten der Behandlung, um den Verlauf positiv zu beeinflussen oder Attacken vorzubeugen. Dabei stehen zum einen Medikamente bereit, zum anderen unterstützen bessere Lebensgewohnheiten die Prophylaxe. Mit einer gesunden Ernährung und regelmäßiger Bewegung legen Sie den richtigen Grundstein.

Was kann man tun, wenn eine Migräne ohne Aura bevorsteht?

Kündigt sich eine Migräne-Attacke an, sollten Sie zügig einen ruhigen Rückzugsort aufsuchen. Die zeitnahe Behandlung der Migräne ohne Aura mit Schmerzmitteln oder – bei starker Migräne – Triptanen kann das Ausmaß der Schmerzen reduzieren. Aber Vorsicht: Ein Übergebrauch von Schmerzmitteln führt neben anderen Nebenwirkungen manchmal zu Dauerkopfschmerzen. Verwenden Sie die Medikamente deshalb nur in Absprache mit Ihrem Arzt. Er berät Sie auch bezüglich Arzneimitteln gegen Begleitsymptome wie Übelkeit.

Migräne ohne Aura vorbeugen

Was können Sie tun, um einer Migräne mit oder ohne Aura vorzubeugen? Besonders wichtig ist es, die persönlichen Triggerfaktoren zu kennen und zu meiden. Ein Migränetagebuch kann dabei helfen, die Auslöser herauszufinden. Achten Sie außerdem auf einen geregelten Tagesablauf und minimieren Sie Ihre Stressbelastung im Alltag. Dabei können regelmäßige Entspannungsübungen wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson bei Migräne helfen.

Weiterhin kann die Häufigkeit der Migräne-Attacken durch Medikamente reduziert werden. Besprechen Sie die vorbeugende Einnahme von Schmerz- oder Migränemitteln jedoch unbedingt mit Ihrem Arzt.

Im Artikel Migräneprophylaxe finden Sie weitere Informationen zu medikamentösen und nicht-medikamentösen Vorbeugemaßnahmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Arztkommunikation
Adobe Stock, sepy , 140321224

Beim Arzt

Sie müssen Migräne-Schmerzen nicht einfach aushalten. Holen Sie sich professionelle Hilfe!

Diagnose
Adobe Stock, VadimGuzhva, 121206602

Diagnose

Handelt es sich bei Ihren Kopfschmerzen um Migräne? Wie stellt der Arzt das fest?

Quellen

1Limmroth V. et al. (2011): Kopfschmerzen. In: Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie, 3. Aufl., Heidelberg: Springer, S. 647-686.
2IHS Classification ICHD-II: Migräne ohne Aura. URL: https://ichd-3.org/de/1-migrane/migraene-ohne-aura/ (11.05.2020).
3ebd.
4Maniyar F.H. et al. (2014): Photic hypersensitivity in the premonitory phase of migraine--a positron emission tomography study. In; Euro J Neuro ,21, (9); S. 1178-1183.
5Göbel, H. (2004): Die Kopfschmerzen: Ursachen, Mechanismen, Diagnostik und Therapie in der Praxis. (2. Auflage). Berlin, Heidelberg: Springer S. 50.
6Göbel, H. (2012): Diagnostik-Therapie-Prävention. Heidelberg: Springer, S. 19.
7Totzeck, A. & Diener, H.C. (2016) Migräne. In: Gaul, C. & Diener H.C. (Hrsg.): Kopfschmerzen. Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 68.
8Lassen et al. CGRP may play a causative role in migraine. Cephalalgie. 2002 Feb, 22(1): 54-61.
9ebd.
10Göbel, H. (2012): Diagnostik-Therapie-Prävention. Berlin, Heidelberg: Springer, S. 19-21.