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Vollhumane Antikörper – die fast unsichtbaren Migräne-Helfer

Eine ausgewogene Ernährung ist nicht nur bei Migräne wichtig. Wer sein Essen abwechslungsreich mit frischem Gemüse und vollwertigen Produkten gestaltet, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Speziell bei Themen wie Migräne-Diät oder Kohlenhydrat-Zufuhr bestehen jedoch widersprüchliche Empfehlungen. Worauf sollten Betroffene achten? Lohnt sich eine Ernährungsumstellung bei Migräne? Wir klären auf.

Ernährung bei Migräne: Rotwein, Trauben und lang gereifter Käse sind mögliche Migränetrigger.
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Gibt es eine spezielle Migräne-Diät?

Eines vorweg: Eine Migräne-Diät gibt es nicht. Dennoch ist es für den ein oder anderen Betroffenen sinnvoll, seine Ernährung bei Migräne, egal ob mit oder ohne Aura, genauer zu betrachten. Eine Ernährungsumstellung lohnt sich vor allem dann, wenn bestimmte Nahrungsmittel eindeutig als Migräneauslöser ausfindig gemacht werden können. Um das zu überprüfen, hilft das regelmäßige Ausfüllen eines Migränetagebuchs. Versuchen Sie bei einem bestimmten Verdacht, das betreffende Lebensmittel eine Zeit lang vom Speiseplan zu streichen und vermerken Sie das in Ihrem Schmerzkalender. So können Sie testen, ob sich das Weglassen des Nahrungsmittels positiv auswirkt, die Anzahl der Schmerzattacken beispielsweise verringert wird oder die Kopfschmerzen nicht mehr so stark sind.

Beachten Sie dabei, dass der Zusammenhang zwischen Essen und Migräne nicht immer direkt zu beobachten ist. Es können mehrere Stunden oder ein ganzer Tag vergehen, bis sich das verzehrte Lebensmittel als Migräneauslöser bemerkbar macht.

Eine Weglassdiät, bei der alle potenziellen Auslöser der Migräne vom Speiseplan gestrichen werden, ist umstritten. Experten bezweifeln den Nutzen und befürchten, dass die Patienten so sehr in Stress geraten, dass die Migränehäufigkeit zunimmt. Wollen Sie solch einen Ernährungsplan bei Migräne umsetzen, sollten Sie sich ärztlich überwachen lassen.

Kohlenhydrate bei Migräne: Gut oder schlecht?

Die überwiegende Mehrheit der Migränespezialisten hält Kohlenhydrate für unverzichtbar in der Ernährung ihrer Patienten.1 Folgende Gründe sprechen dafür:

  • Personen mit Migräne reagieren überempfindlich auf Reize, unter anderem auch auf Schwankungen des Blutzuckerspiegels. Die regelmäßige Zufuhr komplexer Kohlenhydrate (wie sie in Vollkornprodukten enthalten sind) stabilisiert diesen und kann daher Migräne vorbeugen.
  • Das Gehirn gewinnt seine Energie aus Kohlenhydraten. Eine unzureichende Versorgung kann zu Migräne führen.

Dahingegen haben Wissenschaftler in einer Studie Vorteile einer kohlenhydratarmen (ketogenen) Ernährung bei Migräne gesehen: Probandinnen, die sich über mehrere Monate mit wenig Kohlenhydraten ernährten, hatten weniger Migräneanfälle als solche, die sich nur einer kalorienreduzierten Diät unterzogen. Die Gründe dafür sind unklar.2

Ernährungsumstellung bei Migräne: Empfohlene Lebensmittel

Wenn Sie sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren, tun Sie Ihrer Gesundheit etwas Gutes. Eine Ernährungsumstellung auf Vollwertkost wirkt sich positiv auf den gesamten Organismus aus – zusammen mit regelmäßiger Bewegung und Zeiten der Entspannung. Noch dazu sorgen Sie so dafür, dass Ihr Körper mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt ist. Denn Mangelzustände können die Migränehäufigkeit negativ beeinflussen.

Setzen Sie für Ihre Ernährung bei Migräne daher Vollkornprodukte, frisches Gemüse und Obst auf den Speiseplan und halten Sie Abstand von stark verarbeiteten, salz- oder zuckerhaltigen Nahrungsmitteln.

Welche Lebensmittel stehen im Verdacht, Migräne hervorzurufen? Lesen Sie mehr zum Thema:

Wir haben Ihnen hier eine Auswahl empfehlenswerter Lebensmittel zusammengestellt:

Brot und Beilagen Vollkornbrot, -reis und -nudeln
Gemüse grünes Gemüse wie Brokkoli, Gurke oder Zucchini, aber auch rote Beete, Karotten, Kohlrabi, Kürbis, Mais oder Kohl
Obst heimische Früchte wie Äpfel, Kirschen, Beeren, Aprikosen oder Pfirsiche
Milchprodukte Milch, Quark, Frischkäse, Naturjoghurt oder junge Käsesorten
Fisch rischer oder tiefgefrorener Fisch
Nüsse Kürbis-, Sonnenblumen und Pinienkerne, Sesam-, Lein- und Chiasamen, Kokosnuss
Getränke Wasser und Kräutertees

Setzen Sie zudem möglichst häufig Lein-, Raps- oder Olivenöl ein, da sie eine vorteilhafte Zusammensetzung an ungesättigten Fettsäuren aufweisen.

Unser Tipp: Regelmäßig essen bei Migräne

Es ist bekannt, dass das Auslassen von Mahlzeiten mitunter zu Migräneattacken führt. Essen Sie daher regelmäßig, um eine Migräne durch diesen Aspekt zu vermeiden. Wenn Sie unterwegs sind, nehmen Sie sich immer einen Snack für den kleinen Hunger mit – beispielsweise Obst oder einen Müsliriegel. Achten Sie außerdem darauf, ausreichend zu trinken. Zwei bis drei Liter stilles Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees pro Tag sind ideal.

Es ist in der Regel nicht nötig, dass Sie sich bei Migräne an einen strengen Ernährungsplan halten müssen. Mediziner sehen Stress sogar als gewichtigeren Triggerfaktor:3 Daher sollten Sie vor allem darauf achten, sich auch mit der Ernährung nicht unter Druck zu setzen.

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Quellen

1Göbel H.: Kopfschmerzen und Migräne Schwerpunkt Frauen, Schwangerschaft und Kinder. S. 16 URL: https://schmerzklinik.de/wp-content/uploads/2009/02/kopfschmerzen_und_migrane_-_schwerpunkt_frauen__schwangerschaft__kinder_-_schmerzklinik_kiel.pdf (11.07.2019)
2Di Lorenzo, C. et. al.: Migraine improvement during short lasting ketogenesis: a proof‐of‐concept study. In: European journal of neurology (1) 2005.Nr. 22. S. 170-177
3Deutsche Apotheker Zeitung (2003): Ernährung: Migräne-Diät ist fragwürdig. URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2003/daz-34-2003/uid-10456 (11.07.2019)