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Reizüberflutung: Migräne durch Licht, Lärm und Gerüche

Viele Migräne-Patienten sind während einer Attacke nicht nur von Kopfschmerzen, sondern häufig auch von Lichtempfindlichkeit geplagt. Daher zählen Reizüberflutungen aufgrund von Licht, aber auch durch Gerüche oder Lärm, als Auslöser einer Migräne. Was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie hier.

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Frau sitzt am Schreibtisch und leidet an Migräne aufgrund einer Reizüberflutung durch Licht.
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Migräne durch Reizüberflutung

Von Wetterumschwüngen, Hormonschwankungen, Halswirbelsäulen-Blockaden bis hin zu Genussmitteln: Die Liste der möglichen Migräne-Auslöser (Triggerfaktoren) ist lang. Bei etwa fünf Prozent der Patienten führt eine Reizüberflutung, zum Beispiel durch Lärm, Licht oder Gerüche wie Parfum, zu einer Migräne-Attacke.1

Als Ursache der Migräne gilt hier das besonders aktive Gehirn von Betroffenen, das in ständiger Bereitschaft ist, die Umgebung intensiv wahrzunehmen.2 Durch Reizüberflutungen kommt es dann zu einem Energiedefizit in den Nervenzellen, was wiederum eine Überaktivität der Nerven hervorruft. Diese extreme Reaktion regt dann den Trigeminusnerv (fünfter von zwölf Hirnnerven) an, Schmerzsignale an das Hirn zu senden. In der Folge setzt der Trigeminusnerv Entzündungsstoffe frei, die eine Entzündung verursachen – Schmerzimpulse strahlen aus und eine Migräne-Attacke entsteht.3 Doch durch welche Reizüberflutungen kann eine Migräne letztlich ausgelöst werden?

Lichtempfindlichkeit bei Migräne

Oft klagen Migräne-Patienten über eine allgemeine Lichtempfindlichkeit. Diese Empfindlichkeit kann jedoch auch zu einer Attacke führen wie zum Beispiel durch flackerndes Licht, Hell-Dunkel-Kontraste oder aufgrund anderer Lichteffekte.4 Bei manchen Menschen lösen etwa Bildschirmlicht oder Fahrten durch eine Allee eine Migräne-Attacke aus – aber auch Energiesparlampen und Neonlicht zählen zu ursächlichen Reizüberflutungen.5 Darüber hinaus zeigen Studien, dass Attacken häufiger an sonnigen als an wolkigen (gleichmäßig bedeckten) Tagen auftreten.6

Betroffene können jedoch einige Maßnahmen ergreifen, um einer Reizüberflutung durch Licht und somit einer Migräne vorzubeugen. Achten Sie beispielsweise darauf, Ihren Schreibtisch so zu positionieren, dass er nicht in direkter Sonneneinstrahlung steht. Ein Platz fern vom Fenster ist dabei empfehlenswert. Auch das Abdunkeln von Räumen kann dazu beitragen, eine Attacke zu vermeiden. Gleichermaßen sollten Sie sich bei einer akuten Migräne durch Licht in einen dunklen, ruhigen Raum zurückziehen.

Frau sitzt vor der Couch und hat eine Migräne-Attacke durch Reizüberflutung.
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Interessant: Bei der sogenannten Augenmigräne leiden Patienten unter Sehstörungen wie Lichtblitze oder einem Flimmern. Auch diese Form der Migräne kann durch Licht ausgelöst werden.

Auslöser: Migräne durch Gerüche

Migräne-Betroffene sind nicht nur im Akutfall geruchsempfindlich – eine Attacke kann ebenso durch Gerüche entstehen. Mögliche Beispiele hierfür sind:

  • Parfum
  • Zigarettenrauch
  • Duftbaum fürs Auto
  • Duftstoffe
  • (Raum-)Deodorants

Als besonders geruchsempfindlich gelten Kinder mit Migräne. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten demnach einer Migräne durch Gerüche vorbeugen, indem sie auslösenden Gerüchen fernbleiben. Ein Migränetagebuch kann dabei hilfreich sein, die genauen Düfte zu bestimmen. Darin tragen Patienten beispielsweise die Symptome, Triggerfaktoren und Schmerzstärke sowie die verwendeten Medikamente ein. 

In einem Migränetagebuch (Migränekalender) dokumentiert eine Patientin, wie sich die Krankheit bei ihr äußert
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Bestimmung der Triggerfaktoren

Um die Faktoren einer Migräne durch Reizüberflutung herauszufinden, empfiehlt sich das Führen eines Migränetagebuchs. So erhalten Sie einen Eindruck, ob Licht, Lärm oder Gerüche eine Attacke ausgelöst haben. Erfahren Sie hier weiteres zum Migränetagebuch!

Reizüberflutung: Migräne durch Lärm

Laute Musik, Töne von elektronischen Geräten oder Bau- und Straßenlärm: Derartige Geräusche sind wohl für fast jeden Menschen unangenehm. Bei Migräne-Patienten kann es jedoch ebenso durch Geräusche zu einer Attacke kommen. Typischerweise sind Betroffene auch während einer Attacke besonders geräuschempfindlich. Um einer Migräne vorzubeugen, sollten Sie also möglichst eine laute Umgebung vermeiden. Weitere Tipps zur Prophylaxe lesen Sie hier: 

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Quellen

1Göbel, H. (2012): Migäne. Diagnostik – Therapie – Prävention. Springer-Verlag, S. 74.
2Springer Nature Switzerland AG: Migräne. URL: https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-662-61688-8_6 (24.11.2020).
3Berufsverband Deutscher Neurologen e.V. (BDN), Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP) e. V., Berufsverband Deutscher Psychiater e.V. (BVDP), Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN), Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP), Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (SGKJPP): Ursachen & Auslöser von Migräne. URL: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/migraene/ursachen (25.11.2020).
4Göbel, H. (2012): Migäne. Diagnostik – Therapie – Prävention. Springer-Verlag, S. 158.
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