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Migräne nach dem Sport: Wenn nach dem Joggen die Kopfschmerzen kommen

Den Stress im Alltag beim Sport abbauen? Für viele Menschen mit Migräne geht das nicht. Denn oft kündigt sich während des Trainings oder nach dem Sport eine Migräne an. Betroffene leiden dann beispielsweise an Kopfschmerzen nach dem Joggen. Auf Bewegung verzichten müssen Sie deshalb aber nicht. Wir verraten Ihnen unter anderem, welcher Sport bei Migräne geeignet ist.
 

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Leben und Migräne: DDrei Menschen mit Migräne beim Walking - moderater Sport kann Migräne vorbeugen.rei Frauen beim Walken
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Migräne nach dem Sport: Welche Sportarten können Migräne auslösen?

Sport hat viele positive Aspekte für die Gesundheit – von körperlicher Fitness bis hin zum Stressabbau. Migräne-Patienten müssen jedoch aufpassen, denn er kann auch ein Migräne-Auslöser (Triggerfaktor) sein: Typische Aura-Symptome wie Augenflimmern oder Kopfschmerzen sind nach dem Sport möglich. Folgende Sportarten können Migräne auslösen und sind demnach Betroffenen nicht zu empfehlen:1

  • Krafttraining,
  • Tennis oder Squash,
  • Kampfsportarten,
  • Ballsportarten wie Fußball oder Handball und
  • Reiten

All das sind Sportarten mit schnellen, wechselnden und ruckartigen Bewegungsabläufen, die sich negativ auf die Migräne auswirken können. Wie bei vielen Triggern gilt auch hier: Nicht für jeden Betroffenen enden diese Beispiele mit einer Attacke.

Bitte beachten Sie: Während einer Migräne-Attacke sollten Sie komplett auf Sport verzichten. Bewegung kann den Kopfschmerz verschlimmern. Um herauszufinden, wann Sie nach dem Sport Migräne bekommen und welche Sportart Ihnen dagegen gut tut, können Sie das Training in Ihrem Migränetagebuch festhalten. Wichtig sind dabei Angaben wie:

  • Wie lange haben Sie sich aufgewärmt?
  • Welche Übung(en) haben Sie gemacht?
  • Wie lange dauerte das Workout?
  • Wie stark war das Kopfweh nach dem Sport?

Außerdem ist es hilfreich, den Trainingsplan mit einem Sportmediziner zu besprechen. Er kann Ihre körperliche Fitness besser einschätzen und einen speziellen Trainingsplan für Sie entwickeln, der auch Ihre Migräne berücksichtigt.

Warum kann es nach dem Sport zu Migräne kommen?

Die Muskulatur verbrennt während und noch einige Stunden nach dem Training mehr Fett als sonst. Dazu benötigt sie Energie, was wiederum zu einem Energiedefizit im Gehirn führen kann – und dadurch bei Betroffenen auch zu einer Migräne-Attacke.2 Wichtig ist deshalb, dass vor dem Sport die Glykogenspeicher (Glucose-Vorräte) des Körpers gefüllt sind, da sie vor allem das Gehirn mit nötiger Energie versorgen.

 

Wie lässt sich einer Migräne nach dem Sport vorbeugen?

Sie sind Migräne-Patient und möchten trotzdem Krafttraining ausüben, Reiten, Fußball oder Tennis spielen? Dann sollten Sie etwa drei Stunden vor dem Training kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln oder Kartoffeln essen. So können Sie eine Unterzuckerung sowie Beschwerden einer Migräne und Aura-Symptomen wie Augenflimmern oder Lichtblitze nach dem Sport vermeiden. Achten Sie außerdem darauf, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und halten Sie ausreichende Pausen ein. Dann müssen Sie zum Beispiel auf gemäßigtes Krafttraining meist nicht verzichten. Allgemein sollten jedoch Migräne-Patienten vielmehr auf ausdauernden, aeroben Sport bauen, der sogar einer Attacke vorbeugen kann.

Hintergrundwissen

Als aeroben Sport werden Trainingsmethoden bezeichnet, bei denen der Körper stets genügend Sauerstoff zu Verfügung hat. Demnach spricht bei Migräne-Patienten in der Regel nichts gegen derartige Sportarten (wie Radfahren oder Schwimmen) – im Gegenteil, sie eignen sich häufig zur Prophylaxe.

Die positive Wirkung von Sport auf die Migräne

Sport ist allerdings nicht nur ein möglicher Auslöser von Migräne: Sportliche Betätigung kann auch eine wichtige Maßnahme zur Migräne-Vorbeugung sein. Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Kiel konnten beispielsweise nachweisen, dass durch aeroben, ausdauernden Sport Stärke, Dauer und Häufigkeit von Migräne-Attacken abnehmen können.3

Welche Effekte des Ausdauersports genau für die positive Wirkung bei Migräne verantwortlich sind, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt. Allgemein ist bekannt, dass Sport

  • die Durchblutung fördert,
  • die Sauerstoffaufnahme im Körper verbessert,
  • Stoffwechselprozesse aktiviert,
  • die Immunabwehr unterstützt sowie
  • die Kondition und Leistungsfähigkeit steigert.
Frau mit Fahrrad: Regelmäßiger aerober Sport beugt einer Migräne vor.
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Durch die regelmäßige Bewegung produziert der Köper mehr Endorphine, ebenso als Glückshormone bekannt, die sich positiv auf die Stimmung auswirken und Migräne durch Stress reduzieren. Ein weiterer positiver Effekt bei Migräne könnte auch dadurch erklärt werden, dass Sport zur Gewichtsreduktion beiträgt. Denn ausgeprägtes Übergewicht stellt einen Risikofaktor für chronische Migräne dar.4

 

Welcher Sport eignet sich bei Migräne-Patienten?

Bei Migräne empfehlen sich vor allem Sportarten, welche die Ausdauer sanft trainieren. Für Betroffene sind besonders moderate Bewegungsarten geeignet, unter anderem zählen dazu:

  • Joggen
  • Nordic-Walking
  • Radfahren
  • Ski-Langlauf
  • Schwimmen

Vorher sollten Sie sich gut aufwärmen. Doch am wichtigsten ist, dass der gewählte Sport Spaß macht: Denn optimalerweise treiben Sie mindestens dreimal wöchentlich für jeweils eine halbe Stunde Ausdauersport, um einer Migräne vorzubeugen.5

Nur wenn Sie sich eine Sportart aussuchen, die Ihnen gefällt und zu der Sie sich nicht innerlich überwinden müssen, ist diese die richtige für Sie. Ziel ist es, keine Höchstleistung zu erbringen, sondern in Bewegung zu kommen. Zusätzlich zum ausdauernden Sport können entspannende Sportarten gegen Migräne wie Yoga, Qigong oder Tai-Chi helfen.

 

Bei Migräne mehr Bewegung in den Alltag integrieren – so geht’s!

Neben regelmäßigem Sport bei Migräne gehört viel Bewegung an der frischen Luft zu einem gesunden Leben mit Migräne dazu. Egal, ob Sie im Garten arbeiten, einen Spaziergang mit Ihrem Hund machen oder mit den Kindern toben: Migräne-Patienten sollten, wann immer es im Alltag geht, für Bewegung sorgen. Fahren Sie lieber mit dem Rad zur Arbeit oder gehen kurze Wege zu Fuß, anstatt sich ins Auto zu setzen. Oft helfen schon kleine Schritte (Treppe statt Aufzug nehmen), um aus dem gewohnten Trott herauszukommen und für mehr Bewegung zu sorgen.

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Quellen

1Basler, H. D. et al. (Hrsg.) 5(2004): Psychologische Schmerztherapie, S. 376.
2Mersch, P. (2006): Migräne: Heilung ist möglich. Norderstedt, S. 357.
3Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) und Kassenärztliche Bundesvereinigung: Leichter Sport dreimal pro Woche bei Migräne günstig. URL: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51949/Leichter-Sport-dreimal-pro-Woche-bei-Migraene-guenstig (08.03.2021).
4Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.: Chronische Migräne: Vorgehen und Empfehlungen. URL: http://www.dmkg.de/kopfschmerz-erkrankungen/stellungnahmen/chronische-migraene-vorgehen-und-empfehlungen.html (08.03.2021).
5Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) und Kassenärztliche Bundesvereinigung: Leichter Sport dreimal pro Woche bei Migräne günstig. URL: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51949/Leichter-Sport-dreimal-pro-Woche-bei-Migraene-guenstig (08.03.2021).