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10 wertvolle Tipps gegen Migräne: Was tun bei einer Migräne?

Sie suchen neben Ihrem Akutmedikament gegen Migräne weitere Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern? Oder möchten Sie einem geplagten Familienmitglied während einer Migräne-Attacke nützliche Hinweise für bestmögliche Hilfe an die Hand geben? Wir verraten Ihnen wertvolle Tipps gegen Migräne – bei akuten Attacken, zur Vorbeugung und in Zeiten von Corona.

 

Direkt zu den Tipps:

Eine Gruppe beim Walking: Ein guter Tipp gegen Migräne ist auch in Zeiten von Corona moderater Sport.
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5 Tipps gegen Migräne: Was können Sie gegen Migräne-Attacken tun?

Klassische Anzeichen einer Migräne sind Hämmern und Pochen auf einer Kopfseite. Auch Übelkeit und Sehstörungen können hinzukommen. Migräne-Patienten leiden unter einer schweren neurologischen Erkrankung und sind häufig von einem Tag auf den anderen stark in ihrem Alltag eingeschränkt. Für Außenstehende ist das oft nur schwer nachvollziehbar. 

Diese Tipps können gegen eine akute Migräne-Attacke helfen:

  1. Medikamente: Nehmen Sie ein Akut-Medikament gegen Migräne so schnell wie möglich zu Beginn einer Attacke ein. Halten Sie sich an die mit dem Arzt vereinbarte Dosierung und verwenden Sie keine geringere Menge in der Hoffnung, Ihrem Körper so weniger Medikamente zuführen zu müssen.
  2. Hausmittel: Probieren Sie aus, welche Hausmittel gegen Migräne Ihnen Linderung verschaffen. Geeignet sind zum Beispiel Salz-Eis-Packungen, die auf Stirn und Schläfen gedrückt den Kopfschmerz lindern können. Aber auch Kamillenblütentee gilt als Tipp gegen Migräne – er kann zudem Beschwerden wie begleitende Übelkeit bessern.
  3. Schmerzmittel bei Migräne reduzieren: Vermeiden Sie die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln (Analgetika) an mehr als 15 Tagen pro Monat.1 Triptane, also spezielle Migräne-Mittel, sollten nicht öfter als an zehn Tagen pro Monat verwendet werden – es besteht die Gefahr, dass sich andernfalls ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz entwickelt.2 Darunter verstehen Fachleute einen chronischen Kopfschmerz an 15 oder mehr Tagen pro Monat.3 Ursache ist eine regelmäßige Schmerz- oder Migränemitteleinnahme (an mehr als zehn Tagen pro Monat, seit drei Monaten oder mehr).4
  4. Tagebuch: Führen Sie ein Migränetagebuch und erfassen Sie dort unter anderem Ihre Kopfschmerztage und die Medikamenteneinnahme im Monatsverlauf.
  5. Notfall erkennen: Hält die Migräne-Attacke länger als 72 Stunden an und kommen weitere Beschwerden wie Erbrechen und Übelkeit hinzu, handelt es sich womöglich um einen „status migraenosus“, einen Notfall.5 Bitten Sie in diesem Fall jemanden, Sie in eine Notfallambulanz zu fahren oder wählen Sie selbst den Notruf.

Wenn Sie bisher wegen Ihrer Migräne noch nicht beim Arzt waren, sollten Sie bald nach einer akuten Attacke fachliche Hilfe suchen. Eine genaue Diagnose ist für die Behandlung der Migräne essenziell, da unter Umständen auch eine andere Kopfschmerz-Erkrankung dahinterstecken kann.

5 Tipps gegen Migräne: Wie können Sie vorbeugen?

Wer seinen gewohnten Aktivitäten mehrmals im Monat wegen Migräne nicht nachkommen kann, verliert leicht den Mut. Sie sind den unerwarteten Attacken jedoch nicht gänzlich schutzlos ausgeliefert. 

Zur Vorbeugung in beschwerdefreien Zeiten können Sie folgende Tipps zur Linderung der Migräne ausprobieren:

  1. Ursache ermitteln: Versuchen Sie, Ihre Migräneauslöser herauszufinden und diese wenn möglich zu meiden. Auch dabei kann es sinnvoll sein, ein Migränetagebuch zu führen. Hier notieren Sie, in welchen Situationen die hämmernden Schmerzen auftreten, wie lange diese anhalten und wie stark sie sind. Bewerten Sie die Auslöser jedoch nicht über. Längst nicht jede Attacke hat einen konkreten Auslöser, den Sie hätten vermeiden können.
  2. Gleichgesinnte suchen: Betroffenen hilft es oft, sich über ihre Erkrankung auszutauschen. In Deutschland unterstützt die Migräneliga bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe und ist Ihnen auch dabei behilflich, wenn Sie selbst eine gründen möchten. Nur Mut! Weltweit sind circa 15 Prozent der Menschen von Migräne betroffen – Sie sind nicht allein.6
  3. Medikamente: Präventive Medikamente können die Zahl der monatlichen Migräne-Attacken reduzieren. Derzeit kommen vor allem Medikamente, die ursprünglich gegen andere Krankheiten wie Herzerkrankungen verwendet wurden, zum Einsatz. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Prophylaktika.
  4. Sport: Kommen Sie in Bewegung und werden Sie aktiv. So können Sie einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Migräne-Attacken leisten. Unser Tipp gegen Migräne: Wählen Sie eine moderate Sportart wie Yoga, Walking, Wassergymnastik oder Langlaufen – – meiden Sie Krafttraining. Muten Sie sich anfangs nicht zu viel zu, denn auch eine Migräne nach Sport ist möglich.
  5. Entspannung: Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson können Ihnen helfen, eine Attacke weniger stark wahrzunehmen, oder deren Anzahl zu reduzieren. Schauen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse oder einer Volkshochschule nach entsprechenden Kursen um. 

Eine wichtige Rolle beim Leben mit Migräne spielt zudem das seelische Wohlbefinden. Versuchen Sie, so oft es geht abzuschalten und die Ansprüche an sich und andere nicht allzu hochzusetzen. Je aktiver Sie sich mit der Migräne auseinandersetzen, desto besser gelingt der Umgang mit der Erkrankung.

Junge Frau leidet im Homeoffice während Corona unter Migräne.
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5 Tipps gegen Migräne: Wie gehen Sie mit der Corona-Belastung um?

Im Zuge der Corona-Pandemie ist das alltägliche Leben vieler Menschen aus dem Gleichgewicht geraten. Ob Homeoffice, Kinderbetreuung oder finanzielle Nöte – Migräne-Patienten sind aufgrund der aktuellen Lage zusätzlichen Stressfaktoren ausgesetzt.

Beherzigen Sie die folgenden Tipps gegen Migräne im Corona-Lockdown:

  1. Arzt und Medikamente: Rufen Sie Ihren Hausarzt am besten im Voraus an und bestellen Sie die benötigten Rezepte vor. So verringern Sie den Patientenverkehr beim Arzt, entlasten das Praxisteam und ersparen sich selbst unnötigen Stress. Das Gleiche gilt für den Gang zur Apotheke: Rufen Sie auch dort vorher an. Fragen Sie nach, ob Ihr Medikament vorrätig ist, und lassen Sie es für sich zurücklegen.
  2. Stressverringerung: Etablierte Routinen zum Stressabbau sind aufgrund von Corona oft nicht mehr möglich, etwa wegen geschlossener Sportanlagen oder Kontaktbeschränkungen. Konzentrieren Sie sich für ausreichende Bewegung auf Sportarten, die im Freien möglich sind, wie Joggen oder Fahrradfahren. Ihre sozialen Kontakte können Sie womöglich mit Telefon- oder Videoanrufen pflegen – oder schreiben Sie mal wieder einen Brief an Ihre Lieben.
  3. Alltagsstruktur: Versuchen Sie, gewohnte Strukturen Ihres Alltags beizubehalten. Stehen Sie auch im Homeoffice zur gewohnten Uhrzeit auf, machen Sie sich morgens wie üblich fertig für den Tag, frühstücken Sie und halten Sie sich an Ihre geregelten Arbeitszeiten. Helfen kann es auch, die Woche im Voraus zu planen, um Migräne und Familie unter einen Hut zu bekommen. Klären Sie, wer wann für Haushalt, Einkäufe oder Kinderbetreuung zuständig ist und planen Sie ausreichend Zeit für Entspannung ein.
  4. akute Selbsthilfe: In Corona-Zeiten verbringen Migräne-Patienten den Großteil des Tages zu Hause. Sorgen Sie dort für Vorkehrungen zur Selbsthilfe bei einer akuten Migräne-Attacke, wie etwa einen dunklen, ruhigen Raum, in den Sie sich bei Bedarf zurückziehen können. Bei Lichtempfindlichkeit können auch Verdunklungsmöglichkeiten und indirekte Beleuchtung helfen. Probieren Sie außerdem rechtzeitig aus, welche Hausmittel und Entspannungsverfahren (zum Beispiel autogenes Training Ihnen Linderung verschaffen.
  5. Homeoffice-Organisation: Die Corona-Doppelbelastung aus Arbeiten von zu Hause aus und Homeschooling ist für Migräne-Patienten ein neuer möglicher Stressfaktor. Aber auch ohne Kinder leidet im Homeoffice oft die Konzentration. Versuchen Sie, Arbeitsplatz und -abläufe so normal wie möglich zu gestalten. Sorgen Sie für eine bequeme Sitzmöglichkeit, arbeiten Sie nicht im Bett und machen Sie regelmäßig Pausen. Setzen Sie sich feste Zeiten für den Feierabend und schalten Sie Laptop sowie Handy danach aus.

Kommunikation ist im Homeoffice besonders wichtig: Tauschen Sie sich weiterhin im Arbeitsalltag mit Ihren Kollegen aus und nehmen Sie sich auch mal Zeit für den sonst üblichen Plausch an der Kaffeemaschine. Das funktioniert am besten über Chatprogramme oder Videoanrufe.

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Welche Möglichkeiten der Migräneprophylaxe gibt es und was sind die Ziele einer vorbeugenden Therapie?

Quellen

1Diener, Hans-Christoph u.a.: „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne:“ S1-Leitlinie (2018). In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. URL: https://dgn.org/leitlinien/ll-030-057-2018-therapie-der-migraeneattacke-und-prophylaxe-der-migraene/ (19.03.2021).
2Ebd.
3Ebd.
4Ebd.
5Ebd.
6Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft: Migräne. URL: https://www.dmkg.de/files/dmkg.de/patienten/Download/migraeneinfo.pdf (18.03.2021).