Lebensmittel als Auslöser einer Migräne

Auslöser Lebensmittel: Frau sitzt mit Migräne im Café.

Immer wieder berichten Patienten davon, dass bestimmte Lebensmittel als Auslöser ihrer Migräne infrage kommen. Vor allem Lebensmittel, die Alkohol, Koffein, Histamin und Tyramin enthalten, stehen im Verdacht, zu Migräne zu führen. Wissenschaftliche Studien sehen hingegen kaum einen Zusammenhang zwischen der Kopfschmerzerkrankung und bestimmten Nahrungsmitteln. Wir klären auf und geben wertvolle Tipps zum Thema.

Sind Lebensmittel Auslöser einer Migräne?

Studien, die anzweifeln, dass bestimmte Lebensmittel Migräne auslösen können, stehen den Erfahrungen vieler Patienten gegenüber. Circa 20 Prozent der Migränekranken sind sich sicher, dass gewisse Speisen zu ihren persönlichen Triggern, also Auslösern, zählen.1 Diese Meinungen dürfen nicht unterschätzt werden. Haben Sie also häufiger Kopfschmerzen nach dem Essen, sollten Sie aufmerksam werden.

Dabei gilt es jedoch immer zu bedenken, dass der Körper dynamisch ist. So kann es sein, dass Sie an manchen Tagen das Glas Sekt gut vertragen und an anderen danach mit Kopfschmerzen zu kämpfen haben. Auch wann Sie den Sekt trinken, kann einen Einfluss haben: vormittags vertragen es deutlich weniger Personen als in den Abendstunden.2

Welche Lebensmittel sollten Sie bei Migräne meiden?

Es gibt eine Reihe Lebensmittel, die bei Migräne immer wieder genannt werden, wie zum Beispiel Schokolade oder Alkohol. Daraus entwickelt sich bei vielen Betroffenen schnell die Annahme, dass dieser Zusammenhang auch bei ihnen bestünde. Doch Vorsicht, dies kann zu eingebildeten Triggern führen!

Besser ist es, ein Migränetagebuch auszufüllen, in dem Sie über einige Wochen Ihre Ernährung und Migräneattacken festhalten. Achten Sie dabei auch auf Getränke. Eventuell können Sie dann herausfinden, welche Lebensmittel Sie bei Migräne meiden sollten. Nachstehend haben wir für Sie Nahrungsmittel zusammengefasst, auf die Sie besonders achten sollten.

Alkohol als Migräne-Auslöser

Alkohol wird am häufigsten genannt, wenn es um Migräne-Trigger geht. Einige Migränepatienten berichten, dass alle alkoholischen Getränke problematisch sind, während andere nur bestimmte wie Sekt oder Rotwein nennen. Generell greift Alkohol in einer Vielzahl biochemischer Prozesse ein, manche spüren schon nach wenigen Schlucken die Auswirkungen. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass Alkohol Migräne auslöst. Im Zweifel sollten Sie ihn meiden.

Gut zu wissen:

Einige Experten vermuten, dass die harntreibende Wirkung des Alkohols zu einer Dehydrierung und damit zu Migräne führt. Sie empfehlen, zusätzlich zum Alkoholkonsum große Mengen Wasser zu trinken.

Kaffee: Koffeinentzug führt zu Migräne

Viele Menschen trinken täglich Kaffee; manche zwei Tassen, andere bis zu fünf. Der Körper gewöhnt sich dadurch an die tägliche Dosis Koffein und gerät in eine Abhängigkeit. Aus diesem Grund ist es eher problematisch, wenn Kaffeetrinker plötzlich ihren Konsum reduzieren oder gar einstellen – etwa am Wochenende. Der Kaffee-Entzug kann dann Migräne auslösen.3

Wer allerdings kaum Kaffee trinkt, kann von dem ungewohnten Koffein Kopfschmerzen bekommen. Interessant: Koffein ist auch in Tee, Cola und Energy-Drinks enthalten. Hier gilt es, vorsichtig zu sein.

Migräne-Auslöser Histamin

Histamin ist ein natürlicher Stoff, der unter anderem als Signalüberträger (Neurotransmitter) im Gehirn und an Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Bei einigen Personen ist der Abbau von Histamin gestört, sie haben eine Histaminintoleranz. Nehmen sie also zu viel Nahrungsmittel mit Histamin zu sich, kann das ein Auslöser für Migräne sein.4

Folgende Lebensmittel enthalten viel Histamin:

  • alkoholische Getränke
  • Käse wie Gouda oder Camembert
  • manche Wurstsorten wie Schinken und Salami
  • Essig und Sojasauce
  • Sauerkraut
  • Fisch

Frische Gemüsesorten wie Auberginen, Tomaten oder Spinat sind ebenfalls reich an Histamin.

Auslöser für Migräne: Lebensmittel mit Tyramin

Tyramin ist ein Neurotransmitter, der als Trigger für Migräne im Fokus steht. Wissenschaftliche Studien sind sich uneinig über das Potenzial des bioaktiven Stoffs: Während einige eine fördernde Wirkung auf Migräne gezeigt haben, sehen andere keinen Zusammenhang.5 Tyraminhaltige Lebensmittel sind beispielsweise:

  • gereifte Käsesorten,
  • gepökelte Wurstwaren,
  • sauer eingelegtes Gemüse,
  • Räucherfisch,
  • Wein und
  • Bier.

Damit sind die Lebensmittel mit viel Tyramin ähnlich zu denen mit einem hohen Gehalt an Histamin.

Weitere Lebensmittel, die als Migräne-Auslöser gelten

Daneben sind weitere Inhaltsstoffe in Lebensmitteln bekannt, die für Migräne sorgen können:

  • Glutamat: Geschmacksverstärker, der vor allem in Fertiggerichten, Chips und Würzmitteln steckt
  • Aspartam: künstlicher Süßstoff, der in Light-Produkten und Süßwaren zu finden ist
  • Nitrit: Konservierungsstoff in Fleisch und Wurst

Und was ist mit Schokolade? Auch hier beobachten viele einen Zusammenhang zwischen Genuss und Migräne. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass nicht die Schokolade Kopfschmerzen auslöst. Dahinter steckt eher das Verlangen nach Süßem zu Beginn eines Migräneanfalls, das gern mit der Nascherei gestillt wird.

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1 Göbel, H. (2012): Migräne. Diagnostik – Therapie – Prävention. Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag. S. 155.

2 Ebd.

Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft e.V.: Ernährung und Migräne. URL: http://www.dmkg.de/files/dmkg.de/patienten/Download/ernaehrung.pdf (Stand 05.06.2019)

Maintz L., Bieber T. und Novak N. (2006): Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz. Konsequenzen für die Praxis. Deutsches Ärzteblatt 103, S. 51-52. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/53958/Die-verschiedenen-Gesichter-der-Histaminintoleranz (Stand 05.06.2019)

5 Göbel, H. (2012): Migräne. Diagnostik – Therapie – Prävention. Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag. S. 155.